Mut zum Machen: Ursula Staudinger über Universitätskultur und Gründungsgeist
Shownotes
„Forschung ist für Innovation wie Luft für den Menschen,“ sagt Prof. Dr. Ursula Staudinger, seit 2020 Rektorin der TU Dresden, und nimmt die Hörer:innen mit auf einen Deep Dive in ihre Arbeit an der Exzellenzuniversität sowie patentstärksten Universität Deutschlands.
Prof. Staudinger berichtet darüber, wie man Grundlagenforschung, Gründungsgeist und unternehmerische Ambitionen unter ein Dach bringt. Und darüber, wie man es schafft, an einer Universität auch kontroverse Themen wie Klimafragen, Machtmissbrauch in der Wissenschaft oder sicherheitsrelevante Forschung faktenbasiert und im offenen Austausch zu verhandeln. Zum Abschluss gibt es kurze Antworten auf große Fragen – unter anderem, was Prof. Staudinger Forschenden mit Gründungsambitionen rät und wozu sie Künstliche Intelligenz nutzt. Jetzt reinhören!
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00:00:08: Desiree Herzlich willkommen zu Ring der Zukunft, dem Podcast der Stiftung Werner von Siemens Ring. Wir sprechen hier mit Menschen aus der Forschung oder aus Unternehmen, die die Welt von morgen gestalten. Ich bin Desiree Lack und ich freue mich sehr, dass wir hier viele spannende Gäste empfangen, und zwar gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stiftung, Jan Fischer Wohlfahrt. Hallo, Heute bei uns zu Gast ist Frau Professor Dr. Ursula Staudinger.
00:00:32: Frau Staudinger ist seit 2020 Rektorin der Technischen Universität Dresden, einer der deutschen Exzellenzuniversitäten. Zuvor war sie Professorin für Interdisziplinäre Alternswissenschaft und auch Gründungs-Direktorin des Columbia Aging Centers an der Columbia University in New York. Hallo, Frau Professor Staudinger, wie schön, dass Sie heute bei uns sind. Ja, vielen Dank.
00:00:54: Staudinger Ich freue mich, dabei zu sein.
00:00:56: Jan Frau Staudinger,
00:00:57: Sie verbinden in Ihrer Position als Rektorin Forschung. Hochschulpolitik sind für strategische Entwicklungen zuständig. Lehre, Forschung, all das, was eine Universität prägt. Was hat Sie dazu gebracht, sich diesen systemischen Fragen zuzuwenden?
00:01:15: Staudinger Ja, die Zukunft unserer Wissenschaft hängt auch von den Organisationsbedingungen ab, in denen diese Forschung ermöglicht oder manchmal auch verunmöglicht wird. Und sie hängt eben auch ab von dem wissenschaftlichen Nachwuchs, den wir gewinnen können, begeistern können für die großen Fragen unserer Zeit. Und man kann nicht immer nur klagen oder Dinge bedauern, sondern muss dann eben auch selbst mit zupacken, um diese Bedingungen weiterzuentwickeln und zu optimieren.
00:01:49: Staudinger Das habe ich in meinem Leben, als ich noch wissenschaftlich tätig war, für die Altherrenforschung getan. Denn die braucht zutiefst interdisziplinäre Strukturen, die so an keiner Universität vorhanden waren. In den Zeiten, in denen ich wissenschaftlich groß geworden bin, und habe dort also begonnen, wissenschaftliche Strukturen aufzubauen, die es ermöglichen, Altherrenforschung in breit interdisziplinärer Weise voranzutreiben. Und für mich war es dann ein logischer Schritt, den nächsten Schritt auf die Universität sebene zu gehen und hier an der Technischen Universität Dresden dazu beizutragen, dass wir die Weichen richtig stellen, für die eine forschungsintensive und transferintensive Zukunft unserer Universität.
00:02:40: Jan Was sind denn aus Ihrer Sicht Erfolgsfaktoren für eine gute, für eine zukunftsorientierte Universität?
00:02:49: Staudinger Ich habe ja hier 2020 begonnen und wurde dann wiedergewählt 2025 und habe seit 2020 das Exzellenzprogramm weiterentwickelt, dieser Universität und dann für die Verteidigung unseres Status ein neues Programm für die nächsten sieben Jahre ab 2027 bis 2033 gemeinsam mit dem Team hier und der Universität erarbeitet. Und dadurch werden wir in die Lage versetzt, Organisationsentwicklung und Modernisierung in einer Weise voranzutreiben, wie es uns mit der staatlichen Grund förderung von der Universitäten ja sonst getragen sind, nicht möglich wäre.
00:03:34: Staudinger Und für diese Art von Organisationsentwicklung gibt es auch keine langfristigen Projektmittel. Es gibt immer mal wieder kürzere Projektmittel. Auch die VW Stiftung ist hier besonders aktiv unterwegs mit wegweisenden Ausschreibungen. Aber das sind dann auch immer kürzere zwei drei Jahres Projekte. Und durch die Exzellenzuniversität sförderung wird es einem ermöglicht, mit längerem Atem eine Institution weiterzuentwickeln und zu optimieren.
00:04:04: Desiree Frau Professor Staudinger, als Sie vorhin sagten, es ist auch wichtig, dass wir junge Menschen begeistern, wenn Sie jetzt auf Ihren Weg in das Wissenschafts- und Innovationssystem blicken und auf denjenigen von den jungen Menschen, die da heutzutage einsteigen, wie es ihr Blick darauf, was junge Forschende heute bewegt, zu forschen, an die Universität zu gehen und beispielsweise auch bei ihnen an die TU Dresden zu gehen.
00:04:27: Ich habe da etwas von einem Protektorat Universitätskultur gelesen.
00:04:31: Staudinger Ja, also erst mal zu unseren Studierenden. Also wir sind sehr begeistert von der Verantwortung, die die Studierenden der nachwachsenden Generationen übernehmen möchten, um etwas beizutragen für die Lösung der großen Herausforderungen unseres Planeten. Allen voran natürlich die Nachhaltigkeit sproblematik und die Bewältigung der Klimakrise. Und das begeistert uns sehr an der TUT. Und wir sind jetzt dabei, eben diese Wünsche und Bedarfe, die die Studierenden jetzt im 21. Jahrhundert an uns herangetragen, auch mit den entsprechenden Studienprogrammen zu setzen und zu beantworten.
00:05:20: Staudinger Das ist eine Weiterentwicklung aus der Vergangenheit, wo man wesentlich stärker in den Einzeldisziplinen verhaftet war, was die Ausbildung anging und es ausreichend war. Ein Angebot in der City, in der Physik, in der Psychologie, im Ingenieurwissenschaften anzubieten. Das alleine reicht heute nicht mehr aus und ich würde sagen, ich finde es ganz toll, dass wir hier herausgefordert werden, dass wir uns überlegen, wie die einzelnen Disziplinen geeignet sind, nachwachsende Generationen zu ertüchtigen und in die Lage zu versetzen, hier dann auch Beiträge zu Lösungen zu erarbeiten.
00:06:02: Staudinger Und Sie sprachen unser Prorektor Adskultur an, was ich eingerichtet habe, als ich 2020 mein Amt das erste Mal angetreten habe, weil es mir sehr deutlich wurde in dem, wie ich die Universität wahrgenommen habe, auch als ich mich beworben habe, dass es eben wichtig ist, vor dem Hintergrund der Leistungs herausforderungen, die wir haben, in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Transfer und ganz besonders im Exzellenzwettbewerb, dass wir nicht vergessen dürfen, dass wir einem Wertekanon verpflichtet sind und dafür Sorge tragen wollen, dass wir auf der Universität, auf dem Campus ein Klima des diskursiven Miteinanders schaffen und aufrechterhalten.
00:06:55: Staudinger Auch bei sehr kontroversen Themen, die ja immer wieder neue Gestalt annehmen. Dafür gibt es ja auch die Universität. Dass wir dort offen und im Austausch der Argumente verschiedene Positionen miteinander in den Austausch bringen.
00:07:12: Desiree Haben Sie da ein ganz konkretes Beispiel von einem aktuellen Thema? Und Sie sagen, das wird jetzt bei uns an der Universität aufgrund meiner bisherigen Arbeit oder unserer gemeinsamen bisherigen Arbeit so und so gehandhabt. Und das ist das konkrete Ergebnis, was die Studierenden haben.
00:07:27: Staudinger Also das eine, was sich erst mal noch zur Universität skultur sagen möchte. Wir haben es geschafft, trotz begrenzter Mittel ein eigenes Beratungs und Unterstützungsangebot für Studierende aufzubauen. Das war bisher ausschließlich beim Studentenwerk beheimatet, hier in Sachsen. Und wir haben jetzt ein eigenes Beratungsangebot in unserem Gesundheitsdienst, um dort auch im Sinne der Universität skultur zu unterstützen, dass Studierende eine Stelle haben, an die sie sich niederschwellig wenden, können, völlig vertraulich auch ihre Problemlagen austauschen können, mit denen sie sich konfrontiert sehen.
00:08:05: Staudinger Und wir haben. Des Weiteren vielleicht als Beispiel für unsere Universitätskultur im Sinne des diskursiven Miteinanders ein Universitätsforum als Format entwickelt. Und unser erstes Universitätsforum hat es sich beschäftigt mit Klimafragen, mit Nachhaltigkeit, wo es sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Das wissen wir alle aus der Presse. Und das nächste Universitätsforum hat sich dann mit dieser Thematik des Machtmissbrauch in der Wissenschaft beschäftigt, was uns ja bis vor kurzem und auch immer noch beschäftigt, Auch in den Medien.
00:08:43: Staudinger Und gegenwärtig ist bei uns ein Gesprächsfaden gestartet seit letztem Dezember zur Positionierung unserer Universität im Bereich der sicherheitsrelevanten Forschung. Da sehen Sie drei Beispiele von Themenkomplex, die ja eben sehr vielfältige Meinungen zulassen und wo wir uns in der Universität gerne dazu beitragen möchten, dann argumentativ unterstützt und auch faktisch und durch Fakten unterstützten Perspektiven zu entwickeln.
00:09:20: Desiree Wie sieht das denn ganz konkret aus? Stellen Sie dann einen Hörsaal zur Verfügung und da gibt es Diskussionsräume oder wie läuft das ab?
00:09:27: Staudinger Das Universitätsforum selbst ist so, dass wir mit Impulsbeiträgen starten, die die Meinungsvielfalt erst mal aufspannen sollen. Und dann geht es in kleinere Arbeitsgruppen, dass man auch intensiver miteinander diskutieren kann. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden dann dokumentiert und fließen in ein möglicherweise zweites oder drittes Universitätsforum ein. Und jetzt gerade bei der sicherheitsrelevanten Forschung sind wir dabei mit einer. Wir hatten einen Universitätsforum im Dezember und dann gehen wir jetzt in eine vorlesungsfreie.
00:10:06: Staudinger Da hat der erste Vortrag stattgefunden, wo wir noch mehr Fakten in diese auch stark immer wieder emotionsgeladene Debatte mit hineinbringen möchten, damit einfach der argumentative Austausch auch noch mal unterstützt wird.
00:10:20: Jan Ich würde den Blick gerne ein bisschen weiten und nicht nur auf die Universität und das Wissenschaftssystem, sondern auch auf das Innovationssystem schauen. Was läuft aus Ihrer Sicht heute richtig gut und an welchen Stellen müssten wir eigentlich noch Dinge deutlich verbessern?
00:10:38: Staudinger Ich fange einfach mal bei uns an An der TU Dresden hatten wir die Gelegenheit, in der jetzt zu Ende gehenden Exzellenzperiode ein One Stop Shop für alle Ressourcen aufzubauen, die man braucht, wenn man unternehmerisch tätig werden möchte. Das nennt sich Bei uns tut Seide also Exzellenz Zentrum für Innovation und Technologietransfer. Und dort gibt es eben Beratung für IPmanagement.
00:11:08: Staudinger Es gibt Beratungen für Geschäftsmodell, Entwicklung, Businessplan, Entwicklung. Es gibt Bildungsangebote, die wir über die Disziplinen hinweg dort machen und jetzt auch durch die Ein Werbung von weiteren Drittmitteln, Accelerator und Inkubatoren zu spezifischen Themenbereichen, die es dann auch erlauben, von der Geschäftsidee schneller zur Gründung, dann von der Gründung auch aus dieser ersten Risikophase heraus in eine nächste Entwicklungsphase zu kommen.
00:11:43: Staudinger Und das heißt, hier haben wir aufgeholt an unserer Universität. Wir waren schon lange die patentstärkste Universität Deutschlands und sind das noch bis heute, haben aber in der Zur Verfügung Stellung von Ressourcen und auch in der Beschleunigung der Prozesse, also Gründungsprozesse, sehr viel erreichen können in den letzten Jahren und wollen jetzt in den nächsten sieben Jahren der Exzellenzförderung in diese Lücke, die es gibt, in Deutschland hineingehen, nämlich sehr früh spitzen Grundlagenforschung, wie wir sie in unseren Exzellenzcluster betreiben, mit strategischen Unternehmenspartnern unter einem Dach, in einem Ort, einem Inox Campus Innovation und Exzellenz wollen wir die näher zusammenbringen und früh schon miteinander in Austausch bringen, um dort einfach noch schneller Ideen, Erfindungen, Entdeckungen zu identifizieren, die in
00:12:47: Staudinger absehbarer Zeit dann auch Marktfähigkeit versprechen?
00:12:51: Jan Sind diese Menschen an der Universität eher jüngere Menschen? Also Master andienen, Promotion Studierende, die neue Erkenntnisse haben, sagen Mensch, ich stehe jetzt noch am Anfang meiner Karriere. Ich habe mich noch gar nicht festgelegt. Jetzt gehe ich vielleicht eher in eine unternehmerische Richtung und möchte meine wissenschaftlichen Erkenntnisse wirklich umsetzen. Oder sind es eher erfahrene Menschen, die ein großes Netzwerk haben und dann in diesem Netzwerk die Start up Möglichkeit schaffen und darin die Menschen zusammenbringen und das Unternehmen erfolgreich nach vorne bringen?
00:13:25: Jan Kann man da von einem typischen Menschen sprechen? Eher jünger, eher älter?
00:13:29: Staudinger Nein, Gott sei Dank kann man das nicht, sondern sowohl als auch Und alles dazwischen. Und wir wollen als Universität die Bedingungen herstellen, die es eben in jeder Karrierephase machbar erscheinen lassen und auch erstrebenswert erscheinen lassen, eine gute Geschäftsidee auch dann in die Umsetzung zu bringen. Wir haben sehr aus gründungsstarke Professuren, die über viele Jahre hinweg von Master über Drierende und Produkturierende inspiriert haben, auch diesen Weg zu gehen.
00:14:04: Staudinger Wir haben aber auch unabhängig in die Gründung gehende. Wir betreiben Sommerschulen für Geschäftsideen, die dann dort innerhalb von einer Woche oder zehn Tagen weiterentwickelt werden können, sodass sie dann auch eine Förderfähigkeit erreicht haben. Hoffentlich am Ende dieser Sommerschule. Einfach um zu zeigen Es muss nicht immer angedockt sein an eine Professur. Wir haben im Rahmen auch von BMFTR geförderten Projekten im Bereich der Kommunikation, der Zukunft der Informationstechnik der Zukunft einen Launch Hub vor T2 seit vielen Jahren am Laufen, in dem ganz viele aus Gründungen entstanden sind in diesem Themenfeld Informations Wissenschaft auch als ein konkretes Beispiel.
00:14:52: Staudinger Dort werden mit Mitteln aus diesem Förderprogramm dann eben auch die ersten Schritte ermöglicht und wir wollen durch die Etablierung der Compi einfach dieses engere Beieinander und Miteinander von Industrieunternehmen, Wirtschaftsunternehmen und Grundlagenforschung auch ermöglichen, dass es noch breiter möglich ist für Studierende und Wissenschaftler verschiedener Karrierestufen, hier die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen und auch den Mut zu finden und die Lust zu haben, hier voranzuschreiten.
00:15:30: Desiree Frau Staudinger, Sie haben so viele Dinge erzählt, die jetzt an der TU Dresden möglich sind und die die TU Dresden macht, auch im Sinne von mehr als universitäre Forschung und Lehre. Wie viele Anrufe bekommen Sie denn jeden Tag mit der Frage Wie können wir das auch machen?
00:15:46: Staudinger Ja, ja, also ich, ich glaube, man ist ja in vielen Netzwerken innerhalb Deutschlands, Europas und auch international eingebunden, wo dann solche Gespräche geführt werden. Es ist jetzt aber nicht so, dass mir hier die Türen eingerannt werden, denn es ist ja so, dass auch viele andere Universitäten hier unterwegs sind und versuchen, den für sie besten Weg zu finden. Und auch es muss ja immer passen mit der Universität skultur, der Mentalität und der eigenen Geschichte.
00:16:21: Jan Neben Förderprogrammen spielen ja auch Stiftung und Technik Preise eine Rolle. Sie hatten gerade die Volkswagenstiftung schon erwähnt, die in der strategischen, langfristigen Entwicklung der Universitäten ganz wesentliche Beiträge leistet. Was ist denn die Rolle dieses privaten Sektors für die Universität? Und was können auch Stiftungen und auch Technikpreise dort leisten?
00:16:46: Staudinger Ich halte es für enorm wichtig, wichtiger denn je. Vor allem in Zeiten klammer öffentlicher Kassen, dass es solches gemeinnützig eingesetztes privates Kapital gibt. Und besonders augenfällig und einflussreich im positiven Sinne ist hier in den letzten Jahren die Joachim Herz Stiftung gewesen, die durch wirklich große und substanzielle Beträge an mehreren Stellen in Deutschland sichergestellt hat, dass zu spezifischen Themen solche Technologietransfer Zentren entwickelt werden können.
00:17:20: Staudinger Dabei sind entwickelt und weiterentwickelt zu werden und auch durch Auszeichnungen von Advanced Early Career Kollegen und Kolleginnen dort den Mut verstärken, in diese Richtung auch weiterzugehen. Und was für uns als Universität natürlich besonders wunderbar ist, wenn es dann nicht ein Entweder oder. Ich werde jetzt Unternehmerin und deshalb werde ich nicht Professorin, sondern wenn das eine mit dem anderen dann noch verbunden bleibt, ist das für uns natürlich der der beste Fall.
00:17:54: Staudinger Denn dieses Hineinwirken und der Modellcharakter für die nachwachsenden Generationen innerhalb unserer Universität, den darf man gar nicht hoch genug und wichtig genug ansetzen. Das hat enorme Wirkkraft, und wenn diese fehlen, diese Beispiele innerhalb der Universität. Man kann sie natürlich dann über Vorträge und sonstige Aufenthalte hereinholen, aber es ist dann trotzdem noch mal was anderes, als wenn es in einer Person dann tagtäglich auch vor Ort ist.
00:18:26: Jan Sie haben gerade Beispiele angesprochen. Wollte ich gerade noch mal die Frage hinterherschieben Wie wichtig ist denn für Sie aus Ihrer Sicht der persönliche Kontakt von jungen Studierenden mit erfahrenen Persönlichkeiten, die im Sinne eines Mentorings auch so ein bisschen helfen können, den eigenen Weg zu finden? Gar nicht so vorgeben, aber so ein bisschen Orientierung geben, Einschätzungen geben. Wie sehen Sie das?
00:18:50: Staudinger Also ich halte das intergenerationelle Miteinander für essenziell. Es ist eigentlich das Herzstück oder das Rückgrat unserer menschlichen Gemeinschaft, unseres Gemeinwesens. Und das trifft auch auf die Universität zu. Wir brauchen den Austausch, wir brauchen den Anstoß von außen für unsere eigenen Ideen. Und es ist oft nach oben, in die Altersgruppen hinein. Es kann aber auch mal umgekehrt sein. Und dafür sind eigentlich Universitäten ja auch bekannt.
00:19:21: Staudinger Dass etablierte Forscher, Forscherinnen oder Professoren und Professorinnen angeregt werden durch die neuen Fragen, die frischen Fragen, den eigenen Blick, den Studierende dann auf Sachverhalte mitbringen, die man, wenn man schon länger in dem Kontext ist, dann gar nicht mehr stellt. Also insofern Ich halte dieses Mentorinnen in beide Richtungen für ein großes Kapital einer Universität. Das ist uns sehr, sehr wertvoll hier.
00:19:50: Staudinger Und wir versuchen immer wieder neue Kontexte zu schaffen, in denen wir dann solchen Austausch auch unterstützen. Wir haben jetzt beispielsweise auch ein Modell ist fast fertig in der Entwicklung für den wissenschaftlichen Mittelbau, wie man immer in Deutschland sagt, wo wir Qualifikationsmodelle entwickelt haben, auch neben der klassischen Professor Allen Karriere und für die Entwicklung innerhalb dieser Qualifizierungsmodelle haben wir so ein Extra Mentoring Plattform aufgebaut, wo man sich dann als Mitarbeiter Mitarbeiterin, einen Mentor Mentorin aussuchen kann.
00:20:30: Staudinger Jenseits der der direkt zugeordneten fachlichen Person, wo auch vielleicht die eigene vertragliche Situation angedockt ist. Damit tragen wir natürlich dann auch dazu bei, dass ein solches Mentoring befreiter stattfinden kann, als wenn es eingebunden ist in auch vertragliche Verhältnisse und Arbeitsbeziehungen arbeitsrechtliche Beziehungen.
00:20:54: Desiree Vielen herzlichen Dank, liebe Frau Professor Staudinger, für diese Einsichten, die Sie uns ja heute ermöglicht haben. Ganz zum Schluss, in der letzten Minute möchten wir noch gerne Folgendes mit Ihnen machen was wir mit allen unseren Gästen machen. Wir stellen ganz kurze Fragen bzw beginnen einen Satz und bitten um ganz kurze Antworten. Meine erste Frage wäre Welchen Rat geben Sie jetzt jungen Forschenden mit einer guten Idee und unternehmerischen Ambitionen.
00:21:20: Staudinger Um umsetzen, sich nicht entmutigen lassen und dabei bleiben?
00:21:28: Desiree Innovation ist für mich.
00:21:31: Staudinger Die Zukunft.
00:21:33: Desiree Das perfekte Arbeitsumfeld ist für mich.
00:21:36: Staudinger Unterstützend und wertschätzend.
00:21:39: Desiree KI nutze ich.
00:21:40: Staudinger Um Zeit zu gewinnen.
00:21:42: Desiree Homeoffice ist für mich.
00:21:45: Staudinger Bedingt einsetzbar.
00:21:47: Desiree Früher gewusst hätte ich gerne.
00:21:51: Staudinger Früher gewusst, hätte ich gerne mit Kierkegaard, dass man das Leben vorwärts leben und nur rückwärts verstehen kann.
00:21:58: Desiree Und als allerletztes Forschung verhält sich zu Innovationen wie.
00:22:03: Staudinger Luft zum Menschen.
00:22:05: Desiree Großartig. Frau Professor Staudinger, wir danken Ihnen noch einmal final, Jan Fischer-Wohlfahrt und ich.
00:22:11: Staudinger Wiedersehen. Vielen Dank.
00:22:13: Desiree Das war Ring der Zukunft. Der Podcast der Stiftung Werner von Siemens Ring. Mehr Informationen und Links findet ihr unter den Shownotes und auf der Webseite der Stiftung www.siemens-ring.de. Und wenn es euch gefallen hat und Ihnen, bleiben Sie dran, folgen Sie uns auf allen Podcast-Plattformen und kommen auch nächstes Mal wieder, wenn wir viele spannende Gäste rund um Innovation, Forschung und Wissenschaft empfangen.
00:22:39: Desiree Bis zum nächsten Mal, sagen Desiree Tillack.
00:22:41: Jan Und Jan Fischer-Wohlfahrt.
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